Zurück zur Startseite

Von Behring-Röntgen-Nachwuchspreise an Dr. Sabine Wächter und Dr. Karla Rubio verliehen

Am 31. Oktober 2019 hat die Von Behring-Röntgen-Stiftung im Rahmen eines Festakts zwei herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen für ihre besonderen Leistungen in der medizinischen Forschung geehrt. Die in diesem Jahr mit jeweils 5.000 Euro dotierten Von Behring-Röntgen-Nachwuchspreise wurden an die Marburgerin Dr. Sabine Wächter und die Gießenerin Dr. Karla Rubio verliehen.

„Wir sehen es als eine unserer wichtigsten Aufgaben an, exzellente junge Wissenschaftler in den ersten Jahren ihrer Forschungstätigkeit zu fördern. In dieser Zeit werden die Weichen für die wissenschaftliche Karriere gestellt.“, erklärte Stiftungspräsident Friedrich Bohl. „Die Preise, die unsere Stiftung seit 2009 verleiht, sollen zugleich Anerkennung und Motivation für die Arbeit der beiden Nachwuchsforscherinnen sein.“

Dr. med. Sabine Wächter wurde für ihre außerordentliche Forschungsarbeit zu seltenen Schilddrüsenkarzinomen ausgezeichnet. Mit der von ihr aufgebauten Arbeitsgruppe hat sie an Zellkulturen die therapeutische Relevanz verschiedener Tumortherapien evaluiert. Dr. Wächters Ziel ist es, Patienten ein auf den jeweiligen Tumor angepasstes Therapiekonzept anbieten zu können. Die klinische Umsetzbarkeit ihrer Forschungsergebnisse konnte bereits in ersten individuellen Heilversuchen nachgewiesen werden. Seit 2013 ist die 32-Jährige Ärztin an der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie in Marburg. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten wurden vielfach publiziert und von ihr auf nationalen und internationalen Kongressen präsentiert.

Dr. rer. nat. Karla Rubio erhielt den Nachwuchspreis für ihre herausragende Arbeit zur idiopathischen pulmonalen Lungenfibrose, einer meist tödlich verlaufenden Lungenerkrankung. Dr. Rubio ist es in ihrer experimentellen Doktorarbeit unter Einsatz modernster molekularbiologischer Methoden gelungen, einen neuen Mechanismus im Krankheitsbild aufzuzeigen. Ihre Entdeckung bestimmter Zielmoleküle kann als neuer Angriffspunkt für eine effektive Therapie gewertet werden. Die 34-Jährige hat zunächst in Puebla, Mexico, Biomedizinische Wissenschaften studiert und forscht seit 2012 in der selbständigen Forschergruppe Epigenetik der Lungentumore am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim. Ihre Arbeiten wurden bereits in hochrangigen Journals publiziert.

Der Dank der Preisträgerinnen richtete sich besonders an ihre Mentoren, Prof. Dr. Detlef K. Bartsch und Prof. Dr. Guillermo Barreto, sowie ihre Forscherteams, die entscheidend zu den medizinischen Spitzenleistungen und ihren Auszeichnungen beigetragen haben.

In seinem abschließenden Festvortrag gab Prof. Dr. Jürgen Schäfer, Leiter des Zentrums für unerkannte und seltene Erkrankungen am UKGM Marburg, einen Einblick in die medizinische Detektivarbeit und die spektakulären Lösungen einiger spannender medizinischer Sonderfälle.  

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Mitgliedern des Gießener Universitätsorchesters.

Über die Stiftung:
Die Von Behring-Röntgen-Stiftung wurde am 8. September 2006 vom Land Hessen zur Förderung der Hochschulmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg errichtet. Mit ihrem Stiftungskapital in Höhe von 100 Millionen Euro, aus dessen Zinserträgen die Förderung erfolgt, gehört sie zu den größten Medizinstiftungen in Deutschland. Gegründet wurde die Von Behring-Röntgen-Stiftung im Zuge der Fusion der Universitätskliniken Gießen und Marburg im Jahr 2005 und der anschließenden Privatisierung 2006, mit dem Ziel, an beiden Standorten neue Perspektiven für die Hochschulmedizin zu entwickeln und zu sichern.